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Herbst

Intro: Herbst

Bereits im Sommer 2017, den ich in Franken verbracht habe — angeblich, um meine Dissertation abzuschließen — wurde mir klar, wie sehr wir die Landschaft verändert haben: es wächst jetzt sogar in höheren Lagen Mais, der unseren Energiebedarf stillen soll. Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld ist inzwischen eher Kulisse, und im Herbst 2020 liegen die trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hinter uns. Diese landschaftlichen, naturräumlichen und technologischen Veränderungen beobachte ich bei einer frühherbstlichen Radtour nach Schweinfurt und einer Reise per Flixbus. Im zweiten Herbstkapitel nehme ich zuerst die Spur einer inzwischen verstorbenen Haßfurter Lokalhistorikerin auf und erkunde das fränkische Landjudentum in Kleinsteinach und Burgpreppach, wo ich ein ganz erstaunliches Privatarchiv einer weiteren Lokalhistorikerin besuchen darf. Im letzten Herbstkapitel beginne ich zu fasten und dabei über die alte Fastenzeit des Advents zu reflektieren, der heute zu einer Zeit des Überflusses und des großen kapitalistischen Potlatsch geworden ist. Damit schließt sich der Jahreszyklus in der Zeit zwischen den Jahren. Ich muss wieder fort aus Franken, denn meine Berliner Wohnung und Pflichten warten auf mich.

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